Auszug aus der Vereinsgeschichte, erschienen in der Festschrift zum 50-jährigen Gründungsjubiläum im Jahre 2005

50 Jahre Krieger- und Soldatenkameradschaft Meilenhofen – Zell

50 Jahre, für einen Kriegerverein kein überragendes Alter. Viele Vereine wurden in den zwanziger Jahren, nach dem ersten Weltkrieg gegründet. Einige auch bereits nach dem Krieg von 1870/71. Wie einige ältere Mitbürger noch zu berichten wissen, versuchte man im Jahr 1926 einen Kriegerverein ins Leben zu rufen. Leider scheiterte das Vorhaben an der Namensgebung. Die damalige Gründungsversammlung konnte sich nicht darüber einigen, ob der Verein „Kriegerverein Meilenhofen – Zell“ oder „Kriegerverein Zell – Meilenhofen“ heißen soll.

So verging mehr als ein Vierteljahrhundert mit einem weiteren schrecklichen Krieg, der auch die beiden Orte Meilenhofen und Zell nicht verschonte, bis man im Oktober des Jahres 1954 bei einer Besprechung mit Teilnehmern der beiden Weltkriege beschloss, bald einen Veteranen- und Kriegerverein zu gründen. 

Auf Initiative von Bürgermeister Peter Eberle aus Zell und Altbürgermeister Georg Meilinger aus Meilenhofen wurde dann am Sonntag, 5. Dezember 1954 für 3 Uhr Nachmittag zur Gründungsversammlung in das Gasthaus Böhm nach Meilenhofen eingeladen. Die gut besuchte Versammlung wählte sogleich die Vorstandschaft der neu gegründeten

„Veteranen- und Kriegerkameradschaft“.

 Die Vereinsführung setzte sich aus folgenden Personen zusammen:

1.Vorstand:                                             Georg Meilinger, Meilenhofen
2. Vorstand:                                            Johann Meilinger, Zell,
Kassier:                                                  Karl Günthner, Meilenhofen
Schriftführer:                                          Hans Wurmann, Zell
Ordnungsdienst :                                 Wenzel Fischer, Zell
Beisitzer:                                                Peter Eberle, Zell
                                                                 Mathias Franzwa, Zell, 
                                                                Johann Hauf, Meilenhofen. 

Georg Meilinger, Initiator und erster Vorstand der Veteranen- und Kriegerkameradschaft

Als weitere Gründungsmitglieder notierte der neue Schriftführer in der Chronik:  

Böhm Josef, Gastwirt, Böhm Josef, Landwirt, Boy Stefan, Eberle Josef, Eberle Konrad, Funk Thomas, Gegg Konrad,

Grubmann Michael, Hell Johann, Lehenmeier Josef, Maier Karl, Maier Johann, Maunitsch Johann, Mayer Josef, Meilinger Johann, Müller, Pfaffel Egid, Scharpf Josef, Schieber Johann, Schielle Thomas, Schweiger Michael, Spreng Andreas, Stahl Alois, Stark Josef, Stark Michael und Weisheit Ferdinand.  

Als Mitgliedsbeitrag wird von der Versammlung  3.- DM beschlossen.

Bis zum Jahr 1974 konnte dieser Beitrag beibehalten werden. Wegen der steigenden Preise wurde er dann bis zur Einführung des Euro auf 5.- DM festgelegt.

Unsere noch aktiven Gründungsmitglieder Josef Böhm und Johann Maier aus Meilenhofen, sowie Johann Meilinger aus Zell.

  

Bereits 2 Tage später fand die erste Vorstandsitzung statt. Es wurde beschlossen, am 12. Dezember zusammen mit dem Schützenverein „Schuttertal“ eine gemeinsame Weihnachtsfeier zu veranstalten. Auf der schriftlichen Einladung für die Bevölkerung hieß es damals: …“große Weihnachtsfeier mit Christbaumverlosung“  

 

In der  „Eichstätter Volkszeitung“ erschien darüber folgender Bericht:

Meilenhofen. Der Einladung zur Weihnachtsfeier der Veteranen und Kriegerkameradschaft Meilenhofen-Zell, sowie des Schützenvereins „Schuttertal“ Meilenhofen-Zell haben so zahlreiche Personen Folge geleistet, daß der Saal im Gasthaus Böhm bis auf den letzten Platz besetzt war. Nach Begrüßung der Gäste durch Kameradschaftsführer Georg Meilinger wurde die Feier im Schein der Kerzen durch das gemeinsam gesungene Weihnachtslied „Stille Nacht – heilige Nacht“ eingeleitet. St. Nikolaus in Begleitung des Knecht Rupprecht, beide in gelungener Kostümierung, begrüßte die Gäste und regte diese durch witzige Verse dazu an, sich an der Christbaumversteigerung  rege zu beteiligen. Die sich durch einige Stunden hinziehende, lebhafte Christbaumversteigerung - dazwischen wurden die Losgewinne verteilt – gestaltete sich für die beiden Vereine zu einem vollen Erfolg., da der Baumgipfel mehr als dreißigmal zur Versteigerung kam.

Die Weihnachtsfeier mit Christbaumversteigerung ist seitdem zu einem festen Bestanteil im Vereinsgeschehen geworden. Im dreijährigen Rhythmus (abwechselnd mit dem Schützenverein und der Feuerwehr) sorgt die Versteigerung auch heute noch für beruhigendes Polster in der Vereinskasse.

Die Pflege der Kameradschaft und auch das gesellschaftliche Leben in Meilenhofen und Zell waren damals wie heute die Ziele des Vereins. Deshalb lud die Veteranen- und Kriegerkameradschaft im Fasching des folgenden Jahres zu einem „bunten Abend mit Tanzeinlagen“ ein. Die Einladung von damals lautete folgendermaßen:

 „Die Veteranen- und Kriegerkameradschaft Meilenhofen – Zell a.d.Speck hält am

                                            Freitag den 18.Februar 1955 mit Beginn um 19 Uhr

Im Saal des Gasthofs Böhm in Meilenhofen unter Mitwirkung von Burschen und Madeln der Gemeinde Meilenhofen – Zell/Sp. einen                                    bunten Abend mit Tanzeinlagen

ab, zu welchem Sie nebst Angehörigen und Bekannten herzlich eingeladen werden. Wir bitten Sie, durch Ihr Erscheinen zu einem schönen Verlauf der Veranstaltung beizutragen. – Der Eintritt ist frei! – Mit Rücksicht auf die Faschingszeit sind anständige Masken willkommen. – Vorausgesetzt, dass sich mindestens 15 Masken einfinden, wird die schönste sowie die originellste Maske mit einem netten Preis prämiert.—Unsere Jugend wird Lieder vortragen, originelle Einakter aufführen und mit sonstigen Belustigungen aufwarten. – Durch Tanzeinlagen wird die Aufführung gewürzt und ist anzunehmen, dass der Abend humorvoll verläuft und jeder Teilnehmer, ob jung oder alt, befriedigt wird. –Also auf zum Böhmwirt Meilenhofen am Freitag 18. Febr. 1955“

Wie in der Chronik vermerkt ist, war der Saal bis zum letzten Platz gefüllt. Es kamen zahlreiche Gäste aus den umliegenden Gemeinden Bergen, Nassenfels, Egweil, Buxheim und Möckenlohe. Die letzten Gäste verließen gegen 4 Uhr morgens das Lokal !

Diese Faschingsveranstaltung war der Beginn der „Kappenabende“, die der Verein viele Jahre hindurch im Gasthaus „Zum Goldenen Schwan“ in Meilenhofen in der Faschingszeit veranstaltete. Wie der Name schon sagt, bekam jeder Besucher eine „Faschingskappe“ aufgesetzt. Die Küche wurde zur Bar umfunktioniert, getanzt wurde in der Gaststube und „Maschkerer“ waren bei jedem Kappenabend zahlreich vertreten. Zu vorgerückter Stunde sorgten häufig lustige Darbietungen wie das „Couplet vom Paraplü“ von Alois Stahl für eine unvergessliche Faschingsgaudi,

 

Das Jahr 1955 wurde bereits zu einem Höhepunkt in der noch jungen Vereinsgeschichte. In einer Mitgliederversammlung am 30 März 1955 im Gasthaus Lehenmeier in Zell wurde einstimmig beschlossen, eine Vereinsfahne anzuschaffen und die Fahnenweihe nach Möglichkeit noch in diesem Jahr und zwar am Sonntag den 10. Juli 1955 abzuhalten. Der Festausschuß bestand aus der Vorstandschaft und den beiden Bürgermeistern Peter Eberle und Josef Stark. Im Vergleich zu heutigen Festen eine sehr kurze Vorbereitungszeit. Aber sie reichte aus. Die Vereinsfahne – sie kostete damals 1.350.- Mark – wurde rechtzeitig von der Fahnenfabrik Koch aus Coburg geliefert und die Fahnenweihe konnte wie geplant stattfinden. Als Festplatz wurde die Wiese in der Nähe der Gastwirtschaft ausgesucht. Das Bierzeit kam von der Brauerei in Oberhaunstadt, die auch das Bier lieferte. Das Fest begann am Samstag, 9. Juli mit dem Empfang des Patenvereins aus Nassenfels am Ortseingang von Zell durch Bürgermeister Peter Eberle. Zusammen mit den Schuttertaler Musikanten und einem Pferdegespann mit den Kellnerinnen zog man nach Meilenhofen. Hier empfing der 1. Vorstand Georg Meilinger mit den Kameraden die Gäste aus Nassenfels zum gemütlichen Beisammensein im Festzelt. Bereits um 5 Uhr stand am Festsonntag der Weckruf auf dem Programm. Ab 7.30 Uhr wurden die Gastvereine an den Ortseingängen empfangen. 27 Vereine mit 20 Vereinsfahnen nahmen an der Fahnenweihe teil.

Bericht der Eichstätter Volkszeitung vom 12.Juli 1955

 

„Kameradschaft und Hilfsbereitschaft soll euch verbinden“

27 Vereine mit 20 Fahnen zogen durch die Straßen von Meilenhofen – Zell 

M e i l e n h o f e n. Mit einem gewissen Bangen, wegen der schlechten Witterung traf man in Meilenhofen –Zell die letzten Vorbereitungen zur Kriegervereinsfahnenweihe. Es herrschte deshalb noch keine Feststimmung, als am Samstagabend der Patenverein aus Nassenfels empfangen wurde.

Träge wehen die regennassen Fahnen an den Masten der geschmückten Häuser als sich der Zug zur Weihe an die Mariengrotte formierte. Pater Nobis aus dem Salisianum Eichstätt, der den Weiheakt vornahm, stellte in den Mittelpunkt seiner Festpredigt den hl.Michael, welcher auf der Rückseite der Fahne abgebildet ist. Er forderte die ehemaligen Kriegsteilnehmer auf, zu kämpfen für Glaube und Sitte und einzustehen für Kirche und Familie. Bei der Gefallenenehrung am Heldengrab in Zell sprachen die Ehrenjungfrauen Walli Grubmann und Stilla Stark sinnvolle Gedichte und hefteten zum steten Gedenken an die Gefallenen und Vermissten Bänder an die Fahne. 1.Vorstand Georg Meilinger und Bürgermeister Peter Eberle legten das Versprechen ab, diese treuen Kameraden niemals zu vergessen. Nach einem kurzen gebet und dem Lied vom guten Kameraden fand die würdige Ehrung ihren Abschluß. – Bei herrlichem Sonnenschein zogen nachmittags 27 Vereine mit 20 Fahnen durch die Straßen von Meilenhofen. Vorstand Georg Meilinger und Landrat Pappenberger, der in Meilenhofen immer ein gern gesehener Gast ist, sagten in ihren Festansprachen, dass den Kriegervereinen, die keine politischen Ziele verfolgen, gerade in der heutigen zeit die bedeutungsvolle Aufgabe zukomme, den Gemeinschaftsgeist zu pflegen, der in Hilfsbereitschaft und gutem nachbarlichem Verhältnis zum Ausdruck kommt. Vor der Verleihung der Erinnerungsbänder überreichte die Ehrenjungfrau Walli Stark dem Patenverein Nassenfels ebenfalls ein Erinnerungsband. Jung und alt verbrachte anschließend einige frohe Stunden bei den Klängen der Schuttertaler.

Im Anschluß an die Weihe und dem Gedenken an die gefallenen Kameraden am Soldatenfriedhof in Zell heften die Fahnenjungfrauen die Fahnenbänder an die neue Fahne.

In der Chronik ist weiter zu lesen:

… Im Bierzelt ging es lustig, mit Sang und Klang, zu. Bis auf einen auswärtigen jungen Kameraden aus Buxheim, der dann Abend schon mit 3 Kameraden raufen wollte. Muss jetzt zum Schluß sich beim Bezirksgericht Eichstätt wegen Körperverletzung zur Verantwortung ziehen lassen….

…12 Uhr war im Bierzelt Schluß. Im Gasthaus Böhm ging es weiter bis 2 Uhr, als die letzten nach hause sind…

… von Samstag bis Sonntag sind im Bierzelt 19 Hektoliter Bier ausgeschenkt worden.

… Bürgermeister Eberle gab im Bierzelt bekannt dass am Montag Abend Hammelfest gefeiert wird, mit dem Schützenverein…

 

Die Fahnenweihe brachte für die Vereinskasse einen Reingewinn von 400.--  DM. Davon wurden 30.—DM für den Fahnenpatron, den Hl. Michael gespendet. Nachdem die Brauerei aus Oberhaustadt noch einen halben Hektoliter Bier spendierte, konnte auch noch eine zünftige Nachfeier abgehalten werden.

 

Am 13. November 1955, dem Volkstrauertag, nahm der noch junge Verein zum ersten Mal an der Gedenkfeier für die gefallenen Soldaten am Soldatenfriedhof in Zell teil. Kurz vor Ende des 2.Weltkrieges starben hier am 25. April 1945 achtzehn deutsche Soldaten im und nach dem Kampf mit amerikanischen Panzern. Im Anschluß an den Gottesdienst in der Zeller Kirche versammelten sich die Mitglieder gemeinsam mit dem Schützenverein und einer Ehrenwache der Freiwilligen Feuerwehr an den Gräbern der 18 Soldaten. Nach dem Libera und der Segnung der Gräber durch unseren Ortspfarrer H.H. Lorenz Schmid legten Bürgermeister Peter Eberle zusammen mit dem 1.Vorstand Georg Meilinger einen Kranz nieder. Bis zum Jahr 1959 lag die Pflege des Soldatengrabes in Zell in den Händen der Gemeinde Meilenhofen und somit auch die Gestaltung der Gedenkfeier am Volkstrauertag. Bei der Feierstunde am 22. November 1959 übernahm die neu gegründete Kreiskriegervereinigung Eichstätt Land symbolisch die Grabanlage. Als einer der Mitinitiatoren dieses neuen Verbandes galt auch unser 1.Vorsitzender Georg Meilinger. Er war auch jahrelang Vorsitzender der Kreiskriegervereinigung. Diese organisiert seitdem die jährliche Gedenkfeier am Volkstrauertag, an der sich alle angeschlossenen Kriegervereine des Landkreises Eichstätt beteiligen.

 

Eine weitere Tradition, die sich viele Jahre fortsetzte waren die beliebten Vereinsausflüge. Am 1. Juni 1958 startete man zum ersten Mal mit 44 Teilnehmern in das Bayerische Oberland nach Bad Wiessee, Birkenstein und Spitzingsee. Beim Rückweg ging`s nach München zur Brotzeit in das Hofbräuhaus.

Die Vereinsausflüge, die einige Male auch auf 2 Tage ausgedehnt wurden, waren für die Mitglieder und Freunde immer ein Erlebnis, und noch nach Jahren erinnert man sich an Fahrtziele, wie den Bodensee mit der Insel Mainau, den Almabtrieb im Allgäu, die feucht-fröhliche Weinprobe in Bad Dürkheim, der Besuch im Kuhstall in Reith im Winkel, oder die Fahrt zum Enzianhof ins Zillertal.

Ein Höhepunkt war sicherlich die Fahrt nach Dresden im Jahr 1990, die unser Mitglied und damalige Jagdpächter Walter Lehmann organisiert hatte. Ein Reiseziel, das vorher für viele unerreichbar war.

 

  

Im Jahr 1960 übernimmt unser 1.Vorstand Georg Meilinger wieder das Amt des 1.Bürgermeisters der Gemeinde Meilenhofen - Zell, nachdem er dieses bereits von 1933 bis 1944 innehatte. Bis zur Gebietsreform 1971, als Meilenhofen und Zell nach Nassenfels eingemeindet wurde, leitete er die Geschicke der beiden Orte.

 

Die Mitglieder des Vereins waren in den Jahren nach der Gründung überwiegend Teilnehmer der beiden Weltkriege. Später traten jedoch auch Männer dem Verein bei, die nicht mehr im Krieg waren. Der Verein warb auch bei den Meilenhofener und Zeller Wehrpflichtigen der Bundeswehr verstärkt um einen Beitritt. Dies war auch der Hintergedanke, den Namen etwas zu verändern. In einer Vorstandsitzung am 7. Februar 1971 wurde deshalb beschlossen, den Verein in „Krieger- und Soldatenkameradschaft Meilenhofen – Zell“ umzuändern.

Am 5. Mai 1979 feiert die Krieger- und Soldatenkameradschaft sein erstes Jubiläum. 25 Jahre sind seit der Gründung vergangen. Im Gasthaus in Meilenhofen findet nach dem Gedenkgottesdienst ein Festabend statt, bei dem es für die Gäste gegrillte Hähnchen und Freibier gab. Die besondere Attraktion des Abends war der Auftritt des Zauberers „Trux“ aus Neuburg.

 

 

Mehr als 27 Jahre war Georg Meilinger 1.Vorsitzender der Krieger- und Soldatenkameradschaft, bis zu seinem Tod am 21. Februar 1982 im Alter von 82 Jahren.  Aus diesem Grund wurde am 25. April 1982 eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, um einen neuen Vorsitzenden zu wählen. Mit überwältigender Mehrheit wurde Josef Meilinger, der Sohn des Verstorbenen, zum neuen Vorstand gewählt. Er war bereits seit 1972 als Kassier im Verein tätig.

Neuwahlen waren in der Kameradschaft sehr selten notwendig. Man verzichtete bei der Gründung auf eine Satzung, gewählt wurden die Mitglieder auf Lebenszeit, oder bis sie aus eigenem Entschluß ihr Amt niederlegten.

Dies änderte sich erst im Jahr 1994. Seit dem 27. September diesen Jahres besitzt die Krieger- und Soldatenkameradschaft eine eigene Satzung, in der die Wahlperiode auf 3 Jahre festgelegt ist.

 

Der Grund für die Festlegung einer Satzung war die Errichtung eines Denkmals für die gefallenen und vermissten Kameraden von Meilenhofen und Zell auf dem Meilenhofener Friedhof. Ein neues Kriegerdenkmal war schon lange Jahre vorher immer wieder ein Thema bei den Vereinsversammlungen. Das bisherige Soldatengrab im Friedhof sollte dazu umgestaltet werden und ein bleibendes Denkmal für die Zukunft errichtet werden. Aber lange Jahre war auch die Finanzierung dieses Vorhabens ein großes Problem. Mit 5 Mark Jahresbeitrag und einer Christbaumversteigerung, die nur alle 3 Jahre die Vereinskasse füllt, konnten keine großen finanziellen Anstrengungen unternommen werden. Zudem zehrten die Ausgaben bei Beerdigungen für den Kranz und die Grabmusik, die alle Mitglieder erhielten, an der Vereinskasse.

 

Unter Vorstand Richard Bockelmann wurde dann im Jahr 1994 das lang geplante Vorhaben in die Tat umgesetzt. Um sich Anregungen zu suchen, wurden unzählige Denkmäler von der Vorstandschaft in der näheren und weiteren Umgebung besichtigt. Aber erst der Entwurf von Rupert Fieger, Steinmetz und Bildhauer aus Eichstätt, fand die große Zustimmung der Vorstandschaft und der Vereinsmitglieder. Auch die Finanzierung von mehr als 20.000.- DM war durch einen Zuschuß der Gemeinde Nassenfels und zahlreiche Spenden von Vereinsmitgliedern und Angehörigen der Verstorbenen gesichert. So konnte das Denkmal im Meilenhofener Friedhof von Dekan Erwin Westermeier am 12. November 1994 im Rahmen des 40-jährigen Gründungsjubiläums der Krieger- und Soldatenkameradschaft eingeweiht werden.

 

Das 40-jährige Gründungsfest war gleichzeitig auch ein Wendepunkt in der Mitgliederstruktur der Kameradschaft. Bis zu diesem Zeitpunkt waren lediglich Männer als Mitglieder geführt. In der Feierlaune des Jubiläums beschlossen jedoch einige Frauen, ebenfalls dem verein beizutreten. Diese Situation sorgte innerhalb der Vorstandschaft für rege Diskussionen, da die neue Satzung jedoch ein Beschränkung der Mitgliedschaft nicht zulässt, konnten die Frauen der Kameradschaft beitreten, so dass von den derzeit 108 Mitgliedern 17 Frauen sind.

 

Am 6.Dezember 2000 verstarb unser Ortspfarrer H.H. Lorenz Schmid. Von 1939 bis 1990 war er als Seelsorger in unseren beiden Orten tätig. Als langjähriges Vereinsmitglied war er immer ein Gönner und Förderer unserer Kameradschaft. Eine Steintafel im Meilenhofener Friedhof erinnert an sein Wirken.

Nachdem die Krieger-, Soldaten- und Reservistenkameradschaft aus Nassenfels bei unserer Fahnenweihe im Jahr 1955 die Patenschaft übernommen hatte, sollten auch wir der Patenverein beim 110-jährigen Gründungsjubiläum im Jahr 2001 in Nassenfels sein. So einfach wollten wir es den Nassenfelsern jedoch nicht machen. So fand zum ersten Mal in Meilenhofen ein Patenbitten statt. Mit unserem Vorstand Wilhelm Meilinger wurden die Nassenfelser Kameraden mit Blasmusik empfangen und mussten im Gasthaus Schießl um die Übernahme der Patenschaft bitten. Mit Freibier und der mitgebrachten Brotzeit für alle Kameraden einigte man sich schließlich sehr schnell und das dreitägige Jubiläumsfest in Nassenfels war für uns als Patenverein ein eindrucksvolles aber auch anstrengendes Erlebnis.

 

Seit der Gründung der Kreiskriegervereinigung Eichstätt Land findet alljährlich im Mai eine Wallfahrt statt, die jeweils ein Mitgliedsverein ausrichtet. Im Jahr 2004 fand diese nach 1977 und 1995 bereits zum dritten Mal in Meilenhofen statt. Nach einer Kranzniederlegung durch den Vorsitzenden der Kreiskriegervereinigung am Kriegerdenkmal in Meilenhofen zogen die 18 Vereine betend zur Mariengrotte am Waldrand zwischen Meilenhofen und Zell zu einem Dankgottesdienst.

 

Nachdem die Kameradschaft beschlossen hatte, das 50-jährige Gründungsjubiläum zusammen mit dem 125-jährigen Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr zu feiern, musste man auf die Suche nach einem Patenverein gehen. Vorstand Wilhelm Meilinger musste deshalb mit der Vorstandschaft zum Patenbitten nach Nassenfels antreten. Mit Freibier und Brotzeit wurde die Bitte bei den Nassenfelser Kameraden schnell erhört und man konnte sich auf die Übernahme der Patenschaft einigen.

 

 

Während der 50-jährigen Vereinsgeschichte hat die Krieger- und Soldatenkameradschaft Meilenhofen - Zell viele Mitglieder verloren. Besonders die Gründungsmitglieder und die Kameraden aus den Anfangsjahren des Vereins. Dennoch sind wir stolz darauf, dass wir in unseren beiden Orten mehr als 100 Vereinsmitglieder haben. Wir sind möglicherweise auch der einzige Verein, bei dem seit der Gründung im Jahr 1954 der Posten des zweiten Vorstandes immer gleich geblieben ist. Johann Meilinger, der bei uns als „Martl-Hans“ bekannt ist, hat dieses Amt seit der 1.Vorstandswahl inne. Als Gründungsmitglied und 2.Vorstand seit nunmehr 50 Jahren ist er Beispiel dafür, dass die Krieger- und Soldatenkameradschaft Meilenhofen – Zell auch für die kommenden 50 Jahre weiter bestehen wird.

 

 

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Vorstände / Kassiere und Schriftführer seit Gründung

1.Vorstand:                                      1954 - 1982            Georg Meilinger
                                                          1982 - 1993            Josef Meilinger
                                                          1993 - 2001            Richard Bockelmann
                                                          2001 - 2007            Wilhelm Meilinger
                                                          2008 - heute           Wolfgang Kleinwächter

2. Vorstand                                      1954 - 2007           Johann Meilinger
                                                          2007 - 2008            Wolfgang Kleinwächter 
                                                          2008 - 2014            Konrad Steidle

                                                          2015 - heute           Anton Schneider

Kassier                                           1954 - 1972            Karl Günthner
                                                         1972 - 1982            Josef Meilinger
                                                         1982 - 1993            Richard Bockelmann
                                                         1993 - 2004            Wolfgang Kleinwächter
                                                         2004 - 2014            Peter Grubmann

                                                         2015 - heute           Harald Meilinger

Schriftführer                                   1954 - 1955            Hans Wurmann
                                                         1955 - 1956            Wenzel Fischer                       
                                                         1956 - 1962            Thomas Schielle
                                                         1962 - 1990            Karl Iser 
                                                         1990 - heute           Andreas Spreng